Mittwoch, 1. Juli 2009

Genreabfragen beim Improtheater

Jeder Improspieler kennt es: Wenn Genres abgefragt werden, ob im Genre-Replay oder beim "Das klingt nach einem Lied", eigentlich kommen immer die selben: Heavy Metal, Hip Hop, Schlager, Jazz, Country, etc. Nun ist es nicht verwunderlich, dass auf anhieb diese Prototypen gerufen werden. Immerhin sind es wohl diejenigen, die als "Genre" im Hirn abgespeichert werden. Und obwohl die Menschen oft selbst ganz andere Musik hören, rufen sie Prototypen auf die Bühne. Das gleiche Spiel mit Werkzeugen oder Farben. Vielleicht sind Menschen so.
Oder lässt dies auch Rückschlüsse auf Stamm-Impro-Publikum oder nicht zu? Ich denke, wer regelmäßig zu Improshows geht und Abfragen kennt, wird irgendwann kreativer und möchte die Routine brechen, die unser Hirn so schön leicht fährt. Es ist ja immer mit reduzieren von Komplexität unserer Umwelt beschäftigt. Und ähnlich wie der Improspieler versuchen vielleicht auch Zuschauer, die öfters zu Improshows gehen, ihr Gehirn zu fordern und andere Vorschläge, statt Prototypen, zu rufen.
Ich wünsche es mir. Ich wünsche mir Herausforderungen, wie R&B, Vocal-House, Bebop, Blues-Rock oder Madrigal. Bleibt zu hoffen, dass die Spieler auch genrefest sind, wenn solche Vorschläge wirklich einmal kommen....

Kommentare:

  1. Gute Frage. Ähnliches gilt ja auch bei Story-Genres. Ich denke wirklich, dass man in Prototypen und Stereotypen denkt, und zwar nicht nur die Zuschauer.
    Ich finde es hilfreich, bei solchen Frage konkret zu werden, z.B. jemanden zu fragen, welche Musik er sie gern hört. Manches lässt sich eben genremäßig schlecht eingrenzen. Oder wo würde man etwas Tori Amos oder Tom Waits oder David Bowie einordnen?
    Oder man wählt sich eben das Genre selbst.


    Gut, dass du jetzt auch einen Impro-Blog hast.

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  2. Ich gebe dir völlig Recht. Ich finde auch, dass man seine Abfragen ruhig eingrenzen oder präzisieren kann. Gerade, wenn man Genres, wie Country, Metal, Hip Hop, etc. Woche für Woche leid ist.

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